Flottweg III F
Motordreiräder vom Typ Flottweg III F wurden zwischen November 1923 und April 1925 besonders durch die Postdirektionen München, Augsburg und Landshut beschafft. Die Dreiräder wurden vor allem beim Telegrafenbau und Telefonleitungsarbeiten eingesetzt. Da sich die Motorleistung als zu schwach erwies, entwickelten die Otto-Werke ab 1924/25 ein stärkeres Modell.

Das Fahrzeug wurde 1984 vom Museum für Kommunikation Nürnberg bereits restauriert erworben. Es ist den Originalzustand zurückversetzt, Transportrahmen und Transportkorb sind nach Fotos rekonstruiert.

Das 2,5 m lange Dreirad wurde von einem 1-Zylinder-4-Takt Verbrennungsmotor angetrieben, der 2 PS leistete und damit eine Nutzlast von 85 kg transportieren konnte.

Gustav Otto hatte bereits 1911 in München auch die "Gustav Otto Flugmaschinen-Werke" gegründet. 1916 vereinigten sich die Rapp-Motorenwerke und Ottos Werke. Die so entstandenen "Bayerischen Flugzeugwerke" gelten als Geburtsstunde der späteren "Bayerischen Motorenwerke" (BMW). Die Rechte an dem geschützten Namen "Flottweg" erwarb schließlich Georg Bruckmayer, der 1932 die "Flottweg-Motoren-Werke" gründete. Das Unternehmen stellte Motorräder und Flugmotoren her. Gegenwärtig beschäftigt die Firma in verschiedenen Ländern 500 Mitarbeiter. Sie produzieren unter anderem weltweit genutzte Dekantierzentrifugen. Das Transport-Motor-Dreirad "Flottweg" war für die Deutsche Post ein ideales Fahrzeug, um Postsendungen aller Art unter anderem zu Flugplätzen mit Luftpostanschluss zu transportieren. Dennoch fuhr Gustav Otto mit seinem Unternehmen in eine tiefe finanzielle Krise. Am 26. Februar 1926 ging er in den Freitod.